Briefe stehen im Mittelpunkt der mit viel Beifall
aufgenommenen neuen Wiesbadener Studio-Produktion "Lessings Passion": Das Ganze
hat nichts von dem oft Starren einer Lesung an sich. Der sprachlich
nuanciert mit Leben erfüllte, mimisch und gestisch akzentuierte Vortrag entwickelt sich
förmlich zu einem direkten Dialog.
Ungemein viel erfährt man über die Menschen Lessing und Eva
König. Das heißt: Dieser Studio-Abend ist oft auch ungemein
unterhaltsam, gerade weil der niedergedrückte Lessing durch Eva mit viel
Fingerspitzengefühl aufgebaut wird - und damit auch das Publikum. Behutsam teilt sich das
tragische Ende mit, wenn dem Paar nach jahrelangem Warten ein nur so kurzes Glück
geschenkt wird. Regisseur Markus Baumhaus vermittelt dies sehr
sensibel.
Wiesbadener Tagblatt